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 Schlacht von Hattin

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Haltenberg

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BeitragThema: Schlacht von Hattin   Fr Aug 26, 2011 2:09 am

SCHLACHT VON HATTIN

(Ibn al-Athir XI. 351-355)
Als die Franken sich gesammelt und nach Saffuriya in Marsch gesetzt hatten, rief Saladin seine
Emire, um Rat mit ihnen zu halten. Die meisten sprachen gegen eine Schlacht und sagten, er
solle statt dessen die Franken durch ständige Einfälle und Verwüstungen ihrer Gebiete schwä-
chen. Einer seiner Emire sagte: «Meiner Ansicht nach sollten wir in ihr Land einfallen, plündern,
verwüsten, brennen und Gefangene machen. Wenn uns dann ein Frankenheer entgegentritt,
können wir die Schlacht annehmen. Die Leute im Osten verwünschen uns ja und sagen, man
habe den Kampf gegen die Ungläubigen aufgegeben und begonnen, den Kampf gegen die Mus-
lime zu suchen. Wir sollten daher etwas tun, das uns rechtfertigt und die Zungen unserer Wider-
sacher zum Schweigen bringt.» Aber Saladin sagte: «Meiner Ansicht nach müssen wir mit den
gesammelten Kräften der Muslime den gesammelten Kräften der Ungläubigen eine Schlacht lie-
fern, denn die Dinge gehen nicht nach dem Willen des Menschen, und wir wissen nicht, wie lan-
ge wir noch zu leben haben. Wir können doch dies große Aufgebot nicht auseinandergehen las-
sen, ohne ernste Anstrengungen im Heiligen Kriege unternommen zu haben.» Er brach daher
vier Tage, nachdem er bei al-Uqhuwana Lager bezogen hatte, am Donnerstag, dem 23. Rabi II
von dort auf, marschierte, bis er Tiberias im Rücken hatte, und stieg auf den Hügel hinter ihm.
Er ging vor bis in die Nähe der Franken, aber konnte keinen von ihnen sichten, da sie ihre Zelte
nicht verlassen hatten. Also stieg er wieder hinab und befahl auch dem Heer, herabzukommen.
Mit Einbruch der Nacht stellte er gegen die Franken Wachen auf, die sie am Kampf hindern
sollten, und rückte mit einer kleinen Abteilung gegen Tiberias, griff es an, schlug eine Bresche in
seine Mauer und nahm noch in der Nacht die Stadt im Sturm. Ihre Einwohner retteten sich in
die Zitadelle und verschanzten sich dort - die Herrin der Stadt hielt sich mit ihren Kindern
ebenfalls dort auf. Saladin plünderte die Stadt und steckte sie in Brand.
Als die Franken erfuhren, daß Saladin gegen Tiberias gezogen sei, sich der Stadt bemächtigt
und erbeutet habe, was in ihr war, und sie mit allem, was nicht zu tragen war, verbrannt habe,
versammelten sie sich, um Rat zu halten. Einige schlugen vor, man solle gegen die Muslime
vorrücken, sie angreifen und aus Tiberias verjagen, aber der Graf sagte: «Tiberias gehört mir
und meiner Frau. Saladin hat mit der Stadt gemacht, was euch bekannt ist, und es ist nichts
übriggeblieben als die Zitadelle, in der meine Frau eingeschlossen ist. Ich gäbe mich zufrieden,
wenn er auch die Zitadelle nähme, mit meiner Frau und allem, was wir dort haben, und dann
abzöge. Wirklich, ich habe vor längerer Zeit und neulich erst die Heere des Islam gesehen, aber
nie ein Heer, das sich an Zahl und Stärke mit dem Saladins hätte messen können. Nachdem er
Tiberias genommen hat, kann er nicht dort bleiben, und wenn er es verlassen hat und abgezo-
gen ist, gewinnen wir es zurück. Falls er bleiben will, kann er es nur mit allen seinen Truppen,
aber sie halten es fern von ihrer Heimat und ihren Angehörigen nicht lange aus. Er wird daher
gezwungen sein abzuziehen, und wir können unsere Gefangenen befreien.» Fürst Rainald, Herr
von Krak, entgegnete ihm: «Du hast dir große Mühe gegeben, uns Furcht vor den Muslimen
zu machen. Zweifellos bist du auf ihrer Seite, sonst hättest du nicht so geredet. Was ihre Zahl
angeht - für das Höllenfeuer ist viel Holz kein Schaden!» Der Graf antwortete: «Ich gehöre zu
euch: wenn ihr vorrückt, rücke ich mit euch vor; wenn ihr zurückgeht, gehe ich mit euch zu-
rück. Ihr werdet sehen, was geschieht.» Endlich wunde der Entschluß gefaßt, vorzurücken und
den Muslimen eine Schlacht zu liefern. So verließen sie das Lager, in dem sie bis jetzt gelegen
hatten, und zogen den islamischen Truppen entgegen. Als Saladin davon hörte, kehrte er von
Tiberias zu seinem Heer zurück, das in der Nähe lag. Er hatte Tiberias nur angegriffen, weil er
wollte, daß die Franken ihr Lager räumten und er dann gegen sie kämpfen könne. Die Muslime
waren ans Wasser hinabgestiegen; es war Hochsommer und sehr heiß, so daß die Franken
Durst litten, aber die Muslime versperrten ihnen den Zugang zum Wasser. Die Franken hatten
alles Wasser aus den örtlichen Zisternen verbraucht und wagten aus Furcht vor den Muslimen
nicht umzukehren. So verharrten sie, von Durst gepeinigt, bis zum nächsten Tag, einem Sonn-
abend. Die Muslime dagegen, die sie zuerst gefürchtet hatten, waren jetzt angriffslustig und
verbrachten die Nacht, indem sie sich gegenseitig zum Kampf anspornten. Sie hatten den
Hauch von Sieg und Triumph verspürt, und je mehr sie vom Zustand der Franken bemerkten,
die ganz gegen die Gewohnheit mutlos waren, desto kühner und mutiger wurden sie. Die gan-
ze Nacht hindurch konnte man den Ruf «Allahu akbar» und «Es gibt keinen Gott außer Allah»
vernehmen, während der Sultan die Bogenschützen der Vorhut einteilte und die Pfeile ausgab.
Sonnabend, den 25. Rabi II saßen Saladin und die Muslime auf und gingen gegen die Fran-
ken vor. Auch sie saßen auf, und die beiden Heere kamen in Berührung, aber die Franken lit-
ten sehr unter dem Durst und waren mutlos. Während die Schlacht tobte, leisteten beide Seiten
hartnäckig Widerstand. Die muslimischen Bogenschützen überschütteten die Franken mit ei-
nem Pfeilregen, einem Heuschreckenschwarm gleich, und töteten dabei viele Pferde der Fran-
ken. Diese hielten sich dicht bei ihrem Fußvolk und drängten im Kampf in Richtung Tiberias,
da sie so ans Wasser zu gelangen hofften. Saladin hatte jedoch ihre Absicht durchschaut und
hinderte sie dabei, indem er sich mit seinem Heer vor ihnen aufstellte. Er ritt selbst zwischen
den muslimischen Schlachtreihen durch, spornte sie an und gab ihnen Befehle, was zu tun und
was zu lassen sei. Alle gehorchten seinen Anordnungen und hielten sich an seine Verbote. Ei-
ner seiner jungen Mamelucken bedrängte die Franken in einem stürmischen Angriff und
vollbrachte wahre Wunder an Tapferkeit, bis er schließlich der Überzahl erlag. Da
stürmten alle Muslime vor, brachten die Reihen der Ungläubigen ins Wanken und fügten
ihnen große Verluste zu. Als der Graf ihre verzweifelte Lage bemerkte und einsah, daß
sie den Muslimen keinen Widerstand mehr würden leisten können, griff er im Einver-
ständnis mit seinen Leuten die ihm gegenüberstehenden Reihen an. Den Befehl über die-
se Abteilung des islamischen Heeres führte Taki ed-Din Umar, Saladins Brudersohn: er
sah den verzweifelten Angriff der Franken, erkannte, daß Widerstand zu leisten vergeb-
lich sei, und befahl, ihnen eine Gasse zum Abzug zu öffnen.
Einer der Freiwilligen hatte das Gelände dort, das ganz mit trockenem Gras bewach-
sen war, in Brand gesetzt; es fing Feuer, und der Wind trug Rauch und Flammen zu den
Franken hinüber. So hatten sie außer Durst und Sommerglut noch Rauch und Feuer und
Schlachtgetümmel zu ertragen. Bei der Flucht des Grafen verloren sie vollends den Mut
und waren nahe daran, sich zu ergeben. Als sie aber sahen, daß sie vor dem Tode nur
retten konnte, ihm entgegenzugehen, trugen sie mehrere Angriffe gegen die Muslime vor,
die diese trotz ihrer großen Zahl fast aus ihren Stellungen geworfen hätten, wenn Gott in
seiner Gnade ihnen nicht beigestanden hätte. Beim Zurückfluten der Angriffe fielen je-
doch immer neue Feinde, so daß sie sehr geschwächt wurden, während die Muslime sie
umgaben wie der Kreis seinen Durchmesser. Wer von den Franken noch übrig war, stieg
jetzt auf einen Hügel bei Hattin; dort wollten sie ihre Zelte aufschlagen und sich verteidi-
gen. Da sie aber von allen Seiten heftig angegriffen wurden, konnten sie ihr Vorhaben
nicht ausführen und nur ein einziges Zelt errichten, das des Königs. Die Muslime be-
mächtigten sich ihres großen Kreuzes, das sie «das wahre Kreuz» nennen und von dem
sie behaupten, in ihm sei ein Stück des Holzes, an dem ihrer Meinung nach der Messias
gekreuzigt wurde. Der Verlust dieses Kreuzes bedeutete für sie einen der schwersten
Schläge. Jetzt waren sie ihres Todes und Unterganges gewiß. Reiter und Fußvolk wurden
in großer Zahl getötet und gefangengenommen, und der König blieb mit einhundertund-
fünfzig der tapfersten und berühmtesten Ritter auf dem Hügel zurück.

Man hat mir erzählt, was al-Malik al-Afdhal, Saladins Sohn, berichtete: «Ich war an der
Seite meines Vaters in jener Schlacht, der ersten, die ich miterlebte. Während der König
der Franken sich mit seiner kleinen Schar auf den Hügel zurückzog, trugen sie einen
furchtbaren Angriff gegen die Muslime ihnen gegenüber vor und warfen sie bis zu mei-
nem Vater zurück. Ich blickte ihn an, und Bestürzung zeigte sich in seinem Gesicht, er
hatte sich aschgrau verfärbt, raufte sich den Bart und stürmte vor mit dem Ruf: «Straft
den Teufel Lügen!» Die Muslime wandten sich zum Gegenangriff und jagten die Franken
auf den Hügel. Als ich die Franken zurückweichen und die Muslime nachsetzen sah,
schrie ich vor Freude: «Wir haben gesiegt! » Sie unternahmen aber einen zweiten Angriff
wie den ersten und warfen die Muslime wieder bis zu meinem Vater zurück. Er handelte
wie beim ersten Mal, und die Muslime trieben sie wieder zum Hügel. Wieder schrie ich:
«Wir haben gesiegt!», aber mein Vater wandte sich um und sagte: «Schweig! Wir haben sie
erst dann besiegt, wenn das Zelt dort gefallen ist.» Während er noch zu mir sprach, fiel
das Zelt; der Sultan sprang vom Pferd, warf sich nieder, um Gott zu danken, und weinte
vor Freude.» Das Zelt war aus folgendem Grund zusammengestürzt: die Franken hatten
bei diesen Angriffen, durch die sie ihrer Bedrängnis zu entkommen hofften, heftigen
Durst gelitten; da sie aber keinen Fluchtweg fanden, waren sie vom Pferd gestiegen und
hatten sich auf die Erde gesetzt. Die Muslime stürmten hinauf, rissen das Zelt des Kö-
nigs nieder und nahmen alle bis auf den letzten Mann gefangen; unter ihnen waren der Kö-
nig, sein Bruder und Fürst Rainald, Herr von Krak, der schlimmste Feind der Muslime unter
den Franken. Außerdem nahmen sie den Herrn von Dschubail gefangen, Humfrieds Sohn, das
Oberhaupt der Templer, einen der höchsten Würdenträger der Franken, und viele Templer
und Hospitaliter. Es gab so viele Tote und Gefangene unter ihnen, daß wer die Gefallenen sah,
nicht glaubte, sie hätten einen einzigen gefangen, und wer die Gefangenen sah, nicht glaubte,
sie hätten einen einzigen getötet. Seit der Zeit ihres ersten Angriffes auf die syrische Küste im
Jahre 491 hatten die Franken keine vergleichbare Niederlage erlebt.
Als alle gefangen waren, setzte sich Saladin in seinem Zelt nieder und ließ den Frankenkö-
nig und den Fürsten, Herrn von Krak, vorführen; dem König bot er an, neben ihm zu sitzen.
Da der vor Durst bald starb, ließ er ihm eisgekühltes Wasser reichen ; er trank und gab den
Rest dem Fürsten: der trank auch, aber Saladin sagte: «Dieser Verfluchte hat nicht mit meiner
Erlaubnis getrunken, so daß ich ihm das Leben zugesichert hätte!» Darauf redete er den Für-
sten an, warf ihm seine Vergehen vor und zählte ihm seine Schandtaten auf; schließlich erhob
er sich und schlug ihm mit eigener Hand das Haupt ab. «Zweimal habe ich gelobt», sagte er,
«ihn umzubringen, wenn ich ihn in meine Hand bekäme - das erste Mal, als er gegen Mekka
und Medina ziehen wollte, das zweite Mal, als er heimtückisch die Karawane überfiel.» Als er
ihn umgebracht hatte und er weggeschleppt und hinausgebracht wurde, begann der König vor
Angst zu zittern, aber Saladin beruhigte ihn und sprach ihm gut zu. Was den Grafen, Herrn
von Tripolis, angeht: als er, wie wir berichtet haben, aus der Schlacht geflohen war, ging er
nach Tyrus und begab sich von dort nach Tripolis, blieb aber nur wenige Tage dort und starb
aus Zorn und Wut über das Unglück, das die Franken im besonderen und, im großen, den
Glauben der Christenheit getroffen hatte.
Als die Niederlage der Franken besiegelt war, blieb Saladin den Rest des Tages dort. Sonn-
tagmorgen kehrte er nach Tiberias zurück und griff es an. Die Herrin der Stadt ließ um Sicher-
heit für sich und ihre Kinder, ihr Gefolge und ihre Habe bitten, und Saladin gewährte sie ihr.
Sie kam mit ihrem ganzen Gefolge heraus, und Saladin hielt Wort, so daß sie unbelästigt abzie-
hen konnte. Auf Befehl des Sultans wurden der König und eine Gruppe der angesehensten
Ritter nach Damaskus geschickt, während die gefangenen Templer und Hospitaliter gesammelt
wurden, um getötet zu werden. Der Sultan wußte, daß in der Hoffnung auf Lösegeld niemand
einen dieser Gefangenen herausgäbe, und bot daher für jeden aus diesen beiden Gruppen
fünfzig ägyptische Dinar. Sofort wurden ihm zweihundert Gefangene gebracht und auf seinen
Befehl enthauptet. Er ließ besonders sie umbringen, weil sie die tüchtigsten Krieger unter den
Franken waren; so schaffte er der Bevölkerung Erleichterung von ihnen. Seinem Statthalter in
Damaskus schrieb er, er solle alle, die dorthin kämen, umbringen, ob sie ihm oder anderen ge-
hörten; er führte den Befehl aus.
Etwa ein Jahr später kam ich über das Schlachtfeld und sah die Erde übersät mit ihren Ge-
beinen. Schon von weitem waren sie zu sehen, teils aufgehäuft, teils verstreut, obwohl doch
viel in dem hügeligen Gelände von Sturzbächen weggespült und von wilden Tieren verschleppt
war.
Quelle (mit geringen Veränderungen): Die Kreuzzüge aus arabischer Sicht. Aus den arabischen Quellen ausgewählt und übersetzt von Francesco
Gabrieli, Artemis Verlag Zürich und München
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