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 Mittelalter Musik- und Bardenthread

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Fra Berthold

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BeitragThema: Mittelalter Musik- und Bardenthread   Di Aug 23, 2011 11:10 pm

Dies hier ist der Thread für alles, was mit mittelalterlichen Musik und den Bardenwesen zu tun hat. Seien es Lieder, Instrumente oder historische Betrachtung der Entstehen der Troubadoure durch die Kreuzzüge.

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Fra Berthold VI., der Jüngere, Graf von Henneberg, Ritter und Fechtmeister des Ordens des Spitals des heiligen Johannes zu Jerusalem
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BeitragThema: Re: Mittelalter Musik- und Bardenthread   Di Aug 23, 2011 11:12 pm



Adam de la Halle Barde 13. Jahrhundert
Adam de la Halle. Ein Barde aus dem 13. Jahrhundert.

link: brassy.club.fr/PartMed/Adam/Adam.html

Text wie auch Musik können angeklickt werden.


Adam de la Halle
Als Sohn eines wohlhabenden Bürgers bot sich Adam die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Zur damaligen Zeit lag das Bildungssystem vorwiegend in den Händen des Klerus, so dass der Lernwillige zumindest vorgeben musste, sich für den geistlichen Stand zu interessieren. Die Mönche der Zisterzienserabteil von Vauxcelles nahmen sich des 13-Jährigen an. Er verblieb einige Jahre in der Klosterschule, begab sich dann aber nach Paris, um an der dortigen Universität sein Studium fortzusetzen. Zuvor hatte er geheiratet. Die Ehe war nicht glücklich, und der Körperbehinderte trennte sich wieder von seiner Frau.

Adam von Arras, wie man ihn auch nannte, hatte gelernt, Verse zu schreiben und konnte hierzu auch schöne Melodien erfinden. Der Herzog des Artois, Robert II., wurde auf ihn aufmerksam, und Adam trat 1271 als Minéstrel in seine Dienste ein. Er befreundete sich mit dem Herzog und begleitete ihn 1283 nach Neapel. Charles d’Anjou war König von Neapel und Sizilien und Adam de la Halle hatte Zugang zum Hof. In Neapel schuf der Trouvère seine bedeutsamen Werke, von denen ein Teil der Nachwelt erhalten geblieben ist.

Die Ménestrels waren ausgebildete Musikanten, welche die Werke der Dichter vertonten und vortrugen. Ursprünglich lagen Dichtkunst und Komposition in der Hand des Adels. Dieser zog sich aber zurück und übernahm die Rolle des Mäzens, nachdem Musik professionellen Charakter annahm. Komponiert wurden Lieder und Duette, einstimmig und mehrstimmig. Es gab Spottlieder und Liebeslieder, welche die fahrenden Sänger an den Höfen und auf den Marktplätzen einem interessierten Publikum vorstellten. Von unterschiedlichen volkstümlichen Instrumenten begleitet, entstanden erste kleine zusammenhängende szenische Stücke, deren Vortrag sorgfältig einstudiert wurde.

Das berühmteste Singspiel von Adam de la Halle ist „Le jeu de Robin Robin et Marion“. Wenn man so will, kann man es als die erste Oper der Musikgeschichte bezeichnen. Der Mann aus Arras wird als der bedeutendste Musiker des dreizehnten Jahrhunderts angesehen. Vorläufer waren Hildegard von Bingen (1098-1179) und Walter von der Vogelweide (1170-um 1230). Nach ihm kamen Guillaume de Machaut (1300-1377) und Oskar von Wolkenstein (1377-1445).

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BeitragThema: Re: Mittelalter Musik- und Bardenthread   Di Aug 23, 2011 11:15 pm



Kleine Liedersammlung Original

Für unsere Barden eine unerschöpfliche Quelle.

Auf das der Gesang im Lager niemals enden möge! Allenfalls durch Anbinden des Barden an einer deutschen Eiche.

Euer Bruder Konrad

Das Chanson d’Antioche ist ein chanson de geste bestehend aus 9000 Zeilen in laisses genannter Strophenform, das um 1180 für ein höfisches französisches Publikum verfasst wurde. Es ist einer von zwei quasi-historischen Zyklen epischer Gedichte, die von den Ereignissen der Jahres 1097 bis 1099, dem Ersten Kreuzzug inspiriert wurden: die Eroberung Antiochias und Jerusalems und die Ursprünge der Kreuzfahrerstaaten. Ein zweites Chanson, das sich mit Gottfried von Bouillon befasst, ist das Chanson de Jerusalem. Im 14. Jahrhundert entstand ein weiterer Zyklus, sagenhafter und ausgeschmückt, deutlich mehr Romanze als Epos.

Die Themen des Chansons sind die Predigten für den Ersten Kreuzzug, die Vorbereitungen für den Aufbruch, der tränenreiche Abschied, die Ankunft in Konstantinopel und die Belagerung und Eroberung Antiochias.

Das verloren gegangene Originalgedicht soll von einem Augenzeugen, Richard le Pélerin („Richard der Pilger“), verfasst worden sein, einen Nordfranzosen oder flämischen Troubadour, der es teilweise vor Ort, bei der achtmonatigen Belagerung Antiochias begonnen habe. Es wurde später umgestaltet von Graindor de Douai, einem Zeitgenossen Ludwigs VII., der Details aus den Chroniken hinzunahm, um seine Arbeit lebendiger und genauer zu machen, und dessen Ziel es von Anfang an war, die wahre und lobenswerte Geschichte zu erzählen:

Seignor, oïés canchon, qui moult fait à loer
Par itel convenant la vos puis-je conter...
Je ne vous vorrai mie mensonges raconter
Ne fables, ne paroles pour vos deniers embler
Ains vous dirai canchon où il n’a hamender
Del barnage de Franche qui tant fait à loer!

Dieser Anspruch auf das Berichten der Wahrheit ist Teil des epischen Repertoires des Dichters. Übertreibung und epische Auflistungen sind andere Hauptmittel in diesem Chanson: der Dichter sorgt dafür, das jeder ritterliche Name erwähnt wird, um unter seinen Zuhörern ein Gefühl des Wiedererkennens zu erzeugen, ein Tradition, die so alt wie Homer ist, mit dem Ergebnis, dass das Chanson d’Antioche von den Herolden und Genealogen späterer Generationen als wortgetreues Dokument angesehen wurde und die Hochachtung der Historiker gewann.

Kreuzzugszyklen hatten im Mittelalter eine große Zuhörerschaft: freie Übersetzungen und Versionen des Chanson d’Antioche findet man auf Spanisch, Englisch, Niederländisch und Deutsch.

Das Chanson d’Antioche wurde vergessen, bis es 1848 in der Hochzeit der Romantik von Alexis Paulin Paris gedruckt und veröffentlicht wurde. Die aktuelle Ausgabe des Epos ist die von Suzanne Duparc-Quioc, Paris 1977.

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BeitragThema: Re: Mittelalter Musik- und Bardenthread   Di Aug 23, 2011 11:18 pm



Das Hochmittelalter gilt als Hochzeit des schriftlich überlieferten Bardentums. Der Barde wurde in Wales und anderen Orten Britanniens der Titel eines Hofbeamten und in Irland wurden zahlreiche Bardenschulen gegründet wodurch die keltische Dichtung und Musik einen großen Aufschwung erfuhr.

Frühe Neuzeit

Auf die mittelalterlichen Bardenschulen oder Bardenwettstreits der Renaissance geht u. a. das walisische Eisteddfod zurück, ein jährlich stattfindendes großes Musik und Literaturfestival. In der Neuzeit wurden in Wales, Cornwall und der Bretagne Bardenvereinigungen (Gorsedd) gegründet, um Traditionen in Dichtung und Musik zu pflegen und die keltische Sprache wiederzubeleben. Des weiteren übernahm das moderne Druidentum den Begriff Barde um ihren ersten Grad (°1) vor dem Ovaten (°2) und Druiden (°3) zu bezeichnen.

Archäologischer Befund

Der archäologische Nachweis der Barden gestaltet sich schwierig. Aus der Hallstattzeit sind Situlen erhalten die Musiker zeigen die auf Lyra, Panflöte (Syrinx) Einzel- und Doppelhornpfeife spielen, jedoch ist nicht völlig geklärt ob es sich um keltische Musiker und somit um Barden handelt. Die La-Tène-Zeit kennt einige Darstellungen von Menschen mit Saiteninstrumenten wie z. B. die Skulptur von Paule-Saint-Symphorien in der Bretagne bei denen es sich um musische Gottheiten oder um Barden handeln könnte. Weitere keltische Instrumente die nachgewiesen wurden sind Knochenflöte, Knochenpfeife und Horn (aus Horn, Ton oder Bronze) sowie die als „Carnyx“ bekannte „Kriegstrompete“. Es wurden aus keltischer Zeit auch Schellen, Rasseln, Glöckchen und Klapperbleche gefunden, allerdings ist nur eine einzige wohl keltische Trommel dokumentiert (falls es sich nicht wie nach anderer Deutung des Befunds um einen Eimer Handelt).
Aus dem Mittelalter sind dagegen zahlreiche schöne Harfen und auch andere Instrumente erhalten geblieben. Verschiedene Arten von Instrumenten beinhalten die Cruith (oder Chrotta), verschiedene Formen der Croth oder Harfe (oder „Rotte“) wie z. B. die Clairseach (eine hölzerne Variante des Trigonon) und die Telyn (eine walisische 3-Chor-Harfe). Ferner verschiedene Varianten von Flöten wie Doppel- und Dreifachflöte, die Buinne (eine der griech. Aulos verwandte Riedflöte) und eine Form der Blockflöte und die Stoc oder Sturgan, eine Form der Trompete. Andere Quellen erwähnen außerdem Instrumente, die der Oboe und der Kithara geähnelt haben könnten. Im Mittelalter wurde außerdem erstmals der Tinne oder Dudelsack vom Festland eingeführt, der sich in verschiedene Variationen schnell verbreitete und wohl die alten Hornpfeifen und Karnyx in ihrer Funktion ersetzte.
Erwähnenswert ist auch der Timpan, ein 3–8 saitiges Zupf- und Streichinstrument, das einer Lyra, eventuell sogar einem Banjo geähnelt haben könnte, sowie das rätselhafte und bis heute nicht annähernd erschlossene Instrument, das sich hinter der Bezeichnung bardd cadeiriog verbarg. (Eventuell handelt es sich um eine große Sitzharfe, der Name wird als „Bardenthron“ übersetzt und es war ein Saiteninstrument).

Musik und Dichtung

Aus der Antike und Spätantike sind keinerlei Überlieferungen über bardische Musik und Dichtkunst erhalten. Anhand der Darstellungen auf Situlen und Steinplastiken wäre der Barde der Antike vor allem ein Solist gewesen der seinen eigenen Gesang auf dem Saiteninstrument begleitet hat, jedoch zeigen hallstattzeitliche Situlen auch das Zusammenspiel von z. B. Syrinx, Lyra und Hornpfeifen. Anhand von gefundenen Flöten die nach diatonischen Intervallen, dorisch (Pentatonik) gestimmt sind und Vergleichen mit volkstümlicher Musik der Neuzeit nimmt man an, dass pentatonische Melodien das vorherrschende Tonsystem waren. Anhand verschiedener etymologischer Bezeichnungen für Gesang wie „Galan“ und „Barditus“ nimmt man unterschiedliche Gesangsstile von dem Bariton bis zu Falsettgesang ähnelnden Stimmlagen an. Eine Interpretation der altkeltischen Musik wird z. B. von der Wiener Gruppe Imbraxton betrieben.
Nach der irischen Sage werden unterschiedliche Arten der Musik und verschiedene Repertoires an Bardischer Sprache genannt, die sich voneinander durch zunehmende „Dunkelheit“ unterschieden.
Aus dem Mittelalter sind aus Britannien und Irland zahlreiche bardische Lieder und Gedichte erhalten geblieben und bezeugen sehr ausgefeilte Dichtung mit verschiedenen anspruchsvollen Reim- und Stabreim-Schemata. Musikalische Partituren aus dem Mittelalter sind zwar nicht erhalten, jedoch wurde irisch-mittelalterliche Harfenmusik von Zeitgenossen als sehr schnell und kraftgeladen, von großer Präzision und ausgefeilter Komposition beschrieben. Überreste archäisch-keltischen Gesangs stellt z. B. wahrscheinlich der „Séan nós“ dar. Im Alpenraum wird auch das Jodeln mit der keltischen Kultur in Verbindung gebracht.
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Der Barde fand seine Entsprechung:

Französisch: Troubadour
Deutsch: Halodrio
Nordisch: Skalde

Die Tatsache, daß nur wenig Musik und Poesie schriftlich aus Bardenhand aus dem Hochmittelalter überliefert wurde, lässt sicherlich den Schluß zu, daß die meisten Barden Illiteraten waren, was ja nicht unüblich für die occidentische Welt damals war. Die nordische und vor allem die isländische Kultur stellten hierzu Ausnahmen dar, denn hier konnte fast jeder(!) lesen und schreiben. Historiker führen dies auf die langen Wintermonate auf Island zurück, in denen die Bewohner zum Nichtstun verdammt waren, oder sich dem Lesen und Schreiben widmeten. Aus diesem Grund entwickelte sich dort eine Industrie zur Herstellung von Pergament.

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